Montag, 24. November 2008

Mammut, unterjocht

Ewig müde, dick und faul,
das ist Mammut, alter Gaul.

Abgehalftert, morsche Knochen,
Gebrechen plagen es seit Wochen.

Disziplin treibt es zur Tat,
morgens stundenlang im Bad.

Bürstet Zähne wie besessen,
wäscht und pflegt, kann dann was essen.

Verrichtet seine Pflichten stur,
träumt insgeheim von einer Kur.

Ach, Ferien wären wunderschön,
im Meer mal wieder Baden gehn!

Doch das bleibt hehrer Wunsch allein,
Mammut soll lieber Sklave sein!

Erwartet werden Schaffensdrang
und Subordination sodann.

Ein magrer Lohn sei seine Beute,
spendet es Wortkunst fremder Meute.

Und weiß bereits, eh’s angefangen,
man wird ihm alles abverlangen.

Anstelle sein Talent zu pflegen,
soll sich’s verbiegen, derentwegen.

Mammut jedoch muß rebellieren,
sonst wird es den Verstand verlieren!

Indes, es bleibt ihm streng verwehrt,
zu tun, was es so sehr begehrt.

Sanktionen drohn am Horizont,
flieht Mammut die Kaltwetterfront.

Drum harrt es aus, statt fortzulaufen,
begnügt sich nur mit Haareraufen.

Sucht zähneklappernd Hoffnungsschimmer:
„Nun gut, es ist ja nicht für immer!“

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