Samstag, 29. November 2008

Schmück Dich nur mit fremden Federn

Schmück Dich nur mit fremden Federn,
wölb die breitgeschwellte Brust.
Tu, als wärest Du gewesen,
der die Form zu geben wußt’.

Mammut, hüte dich vor Spähern,
wolln dir deinen Lorbeer stehln.
Wenn die Kohlen aus dem Feuer,
leuchten ihre Krämerseeln.

Skeptisch zögern sie, zu lesen,
spannen auf die Folter dich.
„Anders werden muß hier alles,
viel zu lang und fürchterlich.“

Reißen an sich dann das Steuer,
machen ja den Unterschied.
„Jetzt ist’s endlich wohlgeraten,
hab’ mich heftig reingekniet.“

Und für den Fall des Falles,
daß jemand Zweifel hegt,
betonst Du laut und feurig:
„Erst ich hab’ was bewegt.“

Du unverschämter Worteklauber,
Schimpf und Schande Dir allein!
Wie tückisch wählst Du Deine Waffen,
um stets der Beste nur zu sein.

Ei, laß sehn, was Du geschaffen:
Hier ein Wort, und da zwei Zeiln.
Oh, was für ein fauler Zauber,
daran hattest Du so hart zu feiln?

Und keiner ahnt die üblen Taten,
wahrlich, klug versteckt.
Die Lüge wuchert weiter freudig,
bleibt ewig unentdeckt!

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